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Atlético Madrid trennt sich vorzeitig von Maniche Drucken
Geschrieben von: Fabian Hoch   
Mittwoch, den 06. Mai 2009 um 00:59 Uhr
Was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen, ist seit dem heutigen Tag Gewissheit. Nuno Ricardo Oliveira Ribeiro, besser bekannt unter dem Namen Maniche, wird nicht mehr im rot-weißen Trikot auf den Rasen treten, nachdem der Verein Atlético Madrid und der Spieler zu einer zufriedenstellenden Vertragsauflösung kamen, wie die offizielle Website des Vereins verkündet. Der Akteur soll sein ausstehendes Gehalt von 200.000 € erhalten haben. Des Weiteren heißt es in diesem Statement, dass der Klub dem Portugiesen viel Glück für seine weitere Karriere wünsche, die er nun frei bestimmen kann. Angebote soll es u.a. aus der englischen Premier League, sowie der deutschen Bundesliga geben.

Somit trennten sich die Wege des umstrittenen Mittelfeldspielers mit dem Verein am Manzanares bereits vorzeitig, nachdem publik wurde, dass der auslaufende Vertrag des Nationalspielers zum 30. Juni diesen Jahres nicht verlängert wird. Das Tischtuch schien nach der letzten Disziplinlosigkeit ohnehin zerschnitten, wobei der 31-Jährige gemeinsam mit seinem ehemaligen Teamkollegen Giorgios Seitaridis eine zehntägige Suspendierung verbüßte, die bei dem Griechen noch bis zum Freitag anhalten wird. Knapp drei Jahre stand Maniche bei den Rojiblancos unter Vertrag und sorgte neben seinen Auftritten auf dem Spielfeld zudem für Schlagzeilen abseits des Rasens. Die Fans waren bezüglich seinen Leistungen und seinem Auftreten geteilter Meinung. Die einen mochten ihn wegen seinem bedingungslosen Einsatz, während die anderen kritisierten, dass er ein disziplinloser Fußballer sei, der das Mannschaftsgefüge zerstört.

Auf diese Thesen wird es wohl schwierig sein, die entsprechenden Belege zu finden, jedoch steht fest, dass der Portugiese über seine knapp drei Spielzeiten in der spanischen Hauptstadt konträre Leistungen bot. Zum Transferschluss im August 2007 traf der zentrale Mittelfeldspieler vom russischen Verein Dynamo Moskau nach Spanien, wobei er zuvor für eine halbe Saison zum FC Chelsea London verliehen wurde. Schnell spielte sich der zweikampfstarke und meist etwas hitzköpfig daher kommende Akteur in die Stammelf und trug dazu bei, dass am Ende der UI-Cup erreicht wurde. Dass er wenige Monate nach seiner Ankunft im Klub schon einmal zu spät zum Training kam und zu Weihnachten mit erhöhtem Promillewert am Steuer erwischt wurde, blieb eine Randerscheinung.

Auch in der Saison 2007/08 gehörte Maniche zum festen Bestandteil der Rojiblancos und sorgte für einen glänzenden Start in die Saison. Nachdem er sich dann aber im Dezember mit dem damaligen Trainer Javier Aguirre überwarf, war er außen vor und wurde daraufhin zum italienischen Spitzenverein Inter Mailand verliehen. Der klare Abschwung der Rojiblancos argumentierten in der Rückserie der vergangenen Saison viele mit dem "Verlust" des O Motor (Spitzname). In der Tat fehlte zu dieser Zeit der Motor im Angriffsspiel der Madrilenen, wobei auch er in seiner gesamten Zeit bei den Rot-Weißen sich nicht als der Spielgestalter entpuppte, wie er es zu seinen besten Zeiten beim FC Porto gewesen ist.

Überraschend für alle entschuldigte sich der Mittelfeldspieler im Sommer letzten Jahres offiziell für die Vorkommnisse und bekam eine letzte Chance im Verein. Nachdem er später mit der Vorbereitung in die Saison begann, kämpfte er sich mit grandiosen Leistungen in die Mannschaft zurück und verdiente sich seinen Stammplatz redlich. Nach und nach nahmen seine Darbietungen auf dem Rasen jedoch auch wieder ebenso schnell ab, so dass er nicht mehr erste Wahl war. Vor dem Rückspiel im Champions League Achtelfinale bei seinem ehemaligen Verein in seinem Heimatland kam es auch zu einem Disput mit dem neuen Trainer Abel Resino. Dennoch wurde er in diesem Spiel eingewechselt, was aber zugleich sein letzter Auftritt für Atlético Madrid sein sollte.

Anschließend wurde Maniche nur noch einmal für eine Ligapartie berücksichtigt, was den erfahrenen Spieler sichtlich verärgerte. Aufgrund der abnehmenden Leistungen und der wiederholten Disziplinlosigkeit zog der Verein das Angebot zur Vertragsverlängerung zurück, was somit bedeutete, dass er sich einen neuen Verein suchen konnte. Der Gipfel des Eisbergs war vor knapp einer Woche das Fernbleiben bei der Ligapartie gegen Sporting Gijón, was mit einer zehntägigen Suspendierung und einer entsprechenden Geldstrafe belangt wurde. Eigentlich sollte er mit seinem ehemaligen Mitspieler am Freitag wieder das Training aufnehmen, jedoch kam man nun zu einer Einigung, die das Arbeitsverhältnis bereits frühzeitig beendet.

Insgesamt bestritt der Spieler 64 Ligaspiele für die Rojblancos, bei denen ihm sieben Treffer gelangen (das Bild zeigt ihm bei seinem letzten Tor am 3. Spieltag gegen Recreativo Huelva). Bei der diesjährigen Ausgabe der Champions League brachte es Maniche auf neun Einsätze, so dass er bei jedem Spiel auf dem Rasen stand (Ausnahme Hinspiel auf Schalke in der Qualifikation). Ein Tor gelang ihm beim Auswärtserfolg beim PSV Eindhoven. In der Spielzeit zuvor brachte er es insgesamt auf sieben Begegnungen im UEFA-Cup bzw. in den Partien auf dem Weg dorthin. Des Weiteren kam er in seinen knapp drei Jahren auf vier Pokalspiele für die Colchoneros.
 

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